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Häusliche Gewalt. Was Sie erwarten können, wenn Sie um Hilfe bitten

30 Dezember 2022 • • 4 min Lesezeit

Häusliche Gewalt ist eine äußerst schwierige Situation, die professionelle Hilfe erfordert. Wenn wir den ersten Schritt gewagt und uns an jemanden gewandt haben – was können wir dann erwarten?

Bei der ersten Begegnung mit einer Fachperson werden Gespräche geführt, die darauf abzielen, die Situation der betroffenen Person umfassend zu erfassen. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da es die Grundlage für die Planung weiterer Hilfsmaßnahmen bildet.

Analyse der erlebten Gewaltformen

Zunächst werden die Arten und das Ausmaß der ausgeübten Gewalt analysiert (mehr über Gewaltformen im Artikel Häusliche Gewalt). Vor allem wird festgestellt, ob das Leben der betroffenen Person (und ihrer Kinder) in Gefahr ist.

Einschätzung des Gewaltausmaßes

In dieser Phase beurteilt die Fachperson Veränderungen im Ausmaß der Gewalt. Es wird festgestellt, ob sich die Gewalt verändert oder eskaliert – sowohl hinsichtlich der Häufigkeit als auch der Intensität der Vorfälle. Anders gesagt: Es wird eingeschätzt, wie oft es zu Gewalt kommt, ob die Vorfälle eine gleichbleibende oder schwankende Intensität aufweisen und unter welchen Umständen sich Veränderungen ergeben.

Einschätzung der Gewaltfolgen

Dies ist der wichtigste Prozess, der darauf abzielt zu beurteilen, wie sich die Gewalt auf die betroffene Person und ihre Kinder ausgewirkt hat. Gewalt bedeutet nicht nur physische oder sexuelle Misshandlung. Vor allem zielt sie darauf ab, psychisch zu zerstören. Bei Betroffenen können nicht nur schwerwiegende körperliche, sondern vor allem emotionale Probleme auftreten.

Am wichtigsten ist die Einschätzung der Fachperson, ob es zu Folgen wie Depressionen oder Handlungsunfähigkeit gekommen ist. Entscheidend ist die Beurteilung, ob die betroffene Person Suizidgedanken hat oder beabsichtigt, der gewaltausübenden Person Schaden zuzufügen oder sie zu töten. In diesem Fall ist eine Intervention erforderlich, um die betroffene Person und diejenigen zu schützen, die sie verletzen könnte.

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Beratung für von Gewalt betroffene Personen

Bewertung bisheriger Hilfsversuche der betroffenen Person

Für die Fachperson ist es sehr wichtig, sich mit den bisherigen Versuchen der betroffenen Person vertraut zu machen, das Gewaltproblem zu lösen, sowie mit den Hilfsangeboten, die sie in der Vergangenheit in Anspruch genommen hat. Negative Erfahrungen bei der Suche nach Hilfe erschweren es, sich erneut Unterstützung zu holen. Die Fachperson wird die Möglichkeit schaffen, negative Erfahrungen aus der Vergangenheit zum Ausdruck zu bringen. Das Sprechen über Schwierigkeiten bei der Hilfesuche und deren Verständnis helfen dabei, den nächsten Schritt zu wagen und sich erneut an verschiedene Einrichtungen zu wenden, Vertrauen aufzubauen und Hoffnung auf Hilfe zu schöpfen. Die Fachperson sorgt für einen angemessenen Kontakt der betroffenen Person mit verschiedenen Institutionen.

Einschätzung einer potenziellen Lebensgefahr

Eine Einschätzung der potenziellen Lebensgefahr sollte von der Fachperson jedes Mal durchgeführt werden, wenn das Vorliegen von Gewalt festgestellt wird. Sie sollte nicht nur beim ersten Treffen, sondern bei jedem weiteren Gespräch erfolgen (selbstverständlich in vereinfachter Form). Die Fachperson sammelt Informationen von der betroffenen Person, den Kindern, der gewaltausübenden Person sowie von Personen, die mit ihnen in Kontakt stehen.

Die Einschätzung einer potenziellen Lebensgefahr ist nicht nur ein Versuch, schwerwiegende Gewaltfolgen vorherzusagen, sondern auch eine Einschätzung des Risikos lebensbedrohlicher Handlungen gegen sich selbst oder andere – sowohl durch die gewaltausübende Person als auch durch die betroffene Person oder die Kinder.

Wenn die Fachperson von Drohungen erfährt, Schaden zuzufügen oder zu töten, wird sie die Polizei verständigen und bei der Erarbeitung eines Sicherheitsplans für die betroffene Person und ihre Familie helfen.

Erarbeitung eines Sicherheitsplans für die betroffene Person

Die Fachperson sorgt sich um die Sicherheit der betroffenen Person und ihrer Kinder. Die gemeinsame Erarbeitung eines Sicherheitsprogramms ist von großer Bedeutung. Die betroffene Person ist Expertin für ihre eigenen Probleme, daher müssen alle Entscheidungen und Wahlmöglichkeiten von ihr selbst getroffen werden – sie trägt auch die Konsequenzen.

Hilfe

Zögern Sie nicht, sich Hilfe zu holen. Fachpersonen begleiten Sie durch alle Phasen, sorgen für Ihr Wohlbefinden und die passende Unterstützung – und vor allem für die Sicherheit der von Gewalt betroffenen Personen.

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