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Häusliche Gewalt

23 Dezember 2022 • • 5 min Lesezeit

Żaneta Mikołajczyk - przemoc w rodzinie

Was ist Gewalt? Welche Formen gibt es und wie verläuft der Kreislauf häuslicher Gewalt? In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Anzeichen darauf hindeuten, dass dieses Problem Ihre Familie betrifft.

Gewalt

Häusliche Gewalt ist ein absichtliches, die Machtüberlegenheit ausnutzendes Handeln gegen ein Familienmitglied, das dessen Rechte und persönliche Güter verletzt und Leid sowie Schaden verursacht.

Formen der Gewalt

Gewalt wird vor allem mit aggressivem Verhalten assoziiert, das sich hauptsächlich auf den physischen Bereich konzentriert. Neben der physischen Gewalt gibt es jedoch auch psychische, sexuelle und ökonomische Gewalt:

  • Physische Gewalt – umfasst aggressives Verhalten wie Schubsen, Wegstoßen, Festhalten, Überwältigen, Ohrfeigen, Kneifen, Treten, Würgen, Schlagen mit der Hand oder mit Gegenständen, aber auch den Gebrauch von Waffen, das Aussetzen an einem gefährlichen Ort oder die Verweigerung notwendiger Hilfe;
  • Psychische Gewalt – umfasst Verhaltensweisen, die auf psychische Schikane oder Erniedrigung abzielen, wie Verspotten, Aufzwingen von Meinungen, Bestrafung durch Entzug von Zuneigung, Desinteresse, mangelnder Respekt, ständige Kritik, Einreden einer psychischen Erkrankung, soziale Isolation (Kontrollieren oder Einschränken von Kontakten zu anderen), Forderung nach Gehorsam, Einschränkung von Schlaf und Nahrung, Beschimpfen, Erniedrigen, Demütigen, Beschämen sowie Drohungen;
  • Sexuelle Gewalt – betrifft vor allem die Sphäre der Sexualität und umfasst Verhaltensweisen wie das Erzwingen von Geschlechtsverkehr, das Erzwingen unerwünschter Zärtlichkeiten und sexueller Praktiken, das Erzwingen von Sex mit Dritten, sadistische Formen des Geschlechtsverkehrs, das Demonstrieren von Eifersucht sowie die Kritik am sexuellen Verhalten der Frau;
  • Ökonomische Gewalt – betrifft den materiellen Bereich und umfasst zum Beispiel das Wegnehmen des verdienten Geldes, die Verhinderung einer Erwerbstätigkeit sowie die Nichtbefriedigung grundlegender materieller Bedürfnisse der Familie.

Der Kreislauf häuslicher Gewalt

Forschungen zufolge durchlaufen Beziehungen, in denen Personen Gewalt durch ihre Partner erfahren, drei Phasen: die Phase des ansteigenden Spannungsaufbaus, die Phase der akuten Gewalt und die sogenannte Honeymoon-Phase. Wie sieht der Kreislauf und seine einzelnen Phasen aus?

Phase des Spannungsaufbaus

In dieser Phase ist die gewaltausübende Person dauerhaft angespannt und gereizt – jede Kleinigkeit löst Wut und Streit aus. Häufig werden diese Verhaltensweisen von Alkoholkonsum, Drogenkonsum oder dem Gebrauch anderer bewusstseinsverändernder Substanzen begleitet. Die betroffene Person wird oft erniedrigt. Streitigkeiten werden provoziert, und die gewaltausübende Person wird zunehmend gefährlicher und verliert die Kontrolle über ihre Wut. Um die Situation zu entschärfen, versucht die betroffene Person zu beschwichtigen, Wünsche zu erfüllen und Pflichten nachzukommen. Sie entschuldigt sich und bemüht sich, die Stimmung der gewaltausübenden Person zu verbessern, sie glücklich zu machen und sie davon abzuhalten, Schaden anzurichten. Häufig treten in dieser Phase verschiedene Beschwerden auf, wie Magenschmerzen, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit oder Appetitlosigkeit, aber auch Apathie, Energielosigkeit und nervöse Überreiztheit. Die ansteigende Spannung wird unerträglich und kann dazu führen, dass die betroffene Person selbst einen Streit provoziert, um es hinter sich zu bringen.

Phase der akuten Gewalt

Die gewaltausübende Person wird gewalttätig und lässt die angestaute Spannung heraus. Sie explodiert, gerät in Rage – meist wegen einer Kleinigkeit wie Zuspätkommen oder einer versalzenen Suppe. Es kommt zu Gewalt, die bei der betroffenen Person verschiedene Folgen haben kann – vor allem äußere und innere körperliche Verletzungen. Die betroffene Person tut alles, um die gewaltausübende Person zu beruhigen und sich selbst zu schützen. Doch die Wut und die Gewalt eskalieren immer weiter. Leider hilft meist nichts – weder Freundlichkeit noch Nachgeben noch Ausweichen. Nach der Eskalation befindet sich die betroffene Person im Schockzustand, kann nicht glauben, was geschehen ist, empfindet häufig Scham und ist verängstigt.

Honeymoon-Phase

Nachdem die gewaltausübende Person sich abreagiert hat, ändert sich die Situation grundlegend. Plötzlich wird sie zu einem anderen Menschen, bereut ihre Tat. Sie zeigt Reue und verspricht, sich zu ändern und dass so etwas nie wieder vorkommen wird. Sie findet Erklärungen und überzeugt davon, dass es ein einmaliger Vorfall war. Sie ist warmherzig und freundlich – ähnlich der Person, die sie zu Beginn der Beziehung war. Sie verhält sich, als wäre die Gewaltsituation nie passiert. Die Beziehung zwischen der betroffenen und der gewaltausübenden Person verbessert sich – es gibt Geschenke, Blumen, Wärme und Liebe. Die betroffene Person fühlt sich geliebt und wichtig, spürt Nähe und Verbundenheit mit der gewaltausübenden Person. Doch die Honeymoon-Phase geht vorüber, und die Phase des Spannungsaufbaus beginnt von Neuem. Dieser Kreislauf hält die betroffene Person bei der gewaltausübenden Person fest, denn er lässt den Albtraum der beiden anderen Phasen vergessen. Die größte Gefahr der Honeymoon-Phase besteht jedoch darin, dass die Gewalt im nächsten Zyklus in der Regel noch heftiger ausfällt.

Hilfe

Wenn Sie Anzeichen von Gewalt in Ihrem Umfeld wahrnehmen oder spüren, zögern Sie nicht, um Hilfe zu bitten. Fachpersonen – darunter auch psychologische Beraterinnen und Berater – sorgen für Ihr Wohlbefinden und Ihre Sicherheit.

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